Wir haben den Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien unterzeichnet. Wir treten dafür ein, dass unabhängige Medien und Informationsanbieter ihre demokratische Aufgabe frei, unbeeinflusst und verantwortungsvoll erfüllen können.
Aufruf zur Wachsamkeit
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat den Leipziger Appell für die Freiheit und Unabhängigkeit der Medien initiiert. Er ist ein Aufruf zur Wachsamkeit und eine Einladung zur gemeinsamen Verantwortung. Er erinnert daran, dass Medien- und Informationsfreiheit nicht allein durch Gesetze gesichert werden, sondern durch tägliche Anstrengung, durch Mut und durch die Bereitschaft, den Gefahren entschieden entgegenzutreten.
„Demokratie und freier Journalismus sind nicht selbstverständlich, wir müssen täglich neu dafür kämpfen“, sagt auch Andreas Fauth, Vorsitzender von Netzwerk Journalismus.
Algorithmen bevorzugen Extreme und Polarisierung
Presse-, Rundfunk- und Informationsfreiheit garantieren eine öffentliche Meinungsbildung, die sich an geprüften Fakten orientiert, unterschiedliche Perspektiven sichtbar macht und so zum gesellschaftlichen Diskurs beitragt.
Heute stehen Freiheit und Unabhängigkeit der Medien sowie der uneingeschränkte Zugang zu Informationen erneut unter Druck. Globale Digitalkonzerne prägen mit von ihnen gesteuerten Algorithmen, welche Inhalte, Meinungen und Themen sichtbar werden. Algorithmische Systeme verstärken eher Extreme, Polarisierungen und emotionale Zuspitzungen anstatt Ausgewogenheit oder Seriosität zu fordern. Millionen Menschen begegnen so täglich auf den Plattformen einer verzerrten Abbildung gesellschaftlicher Wirklichkeit.
Das wollen die Unterzeichnenden
Die Unterzeichnenden des Leipziger Appells sehen es als ihre zentrale Aufgabe, die Freiheit und Unabhängigkeit der Medien und den freien Zugang zu Informationen aktiv zu schützen, Angriffe klar zu benennen und zurückzuweisen, jede Form politischer oder wirtschaftlicher Einflussnahme entschieden abzuwehren, Transparenz, Vielfalt und journalistische Integrität zu stärken, sowie die Medienkompetenz zu fördern, damit mündige Bürgerinnen und Bürger in einer fragmentierten und rasant wachsenden Informationswelt souveräne und differenzierte Entscheidungen treffen können. Medien- und Informationsfreiheit muss sicht- und erlebbar bleiben – im Alltag, in den Institutionen und in der öffentlichen Kultur.